1915
Vier Tage, bevor Egon
Schiele am 21. Juni nach Prag als Soldat einrücken muss, heiratet er
Edith Harms. Vor der Heirat bestand sie darauf, dass er sich von Wally
trennt, was er dann auch tut. Sie folgt ihm gleich nach Prag. Einen
Monat später wird Schiele nach Wien versetzt und kann hier und in der näheren
Umgebung seinen Militärdienst verrichten.
1916
Im Mai wird Egon Schiele als Schreiber in
das Lager für kriegsgefangene russische Offiziere nach Mühling bei
Wieselburg versetzt. In dieser Zeit war er künstlerisch nicht sehr
produktiv. Doch entstand die “Zerfallende Mühle”. Schiele fühlte
sich verloren und abgeschnitten und bemühte sich unablässig um eine
Versetzung an das Heeresmuseum in Wien.
1917
Schiele wird endlich
nach Wien an die “k.k. Konsumanstalt für Gagisten im Felde” als
Kanzlist kommandiert und wird gemeinsam mit Gütersloh beauftragt, die
“Kriegsausstellung 1917” im Prater zu organisieren.
1918
Ende April gelingt ihm
die Kommandierung an das Heeresmuseum, das zu dieser Zeit einen Zufluchtsort für Künstler,
Schriftsteller und Journalisten, usw. darstellte.
Am 6. Februar stirbt
Gustav Klimt. Am Tag danach hat Schiele den toten Klimt im Allgemeinen Krankenhaus dreimal gezeichnet.
Durch den Tod Klimts war er plötzlich der anerkannt führende Künstler
Wiens.
Im März stellt die
Wiener Sezession Schiele und seiner Gruppe ihr Gebäude zur Verfügung,
Schiele selbst den Hauptsaal. Er ist mit 19 großen Gemälden und 29 zum
Teil aquarellierten Zeichnungen vertreten. Künstlerisch und materiell
bedeutet diese Ausstellung für ihn den ersten wirklichen Erfolg.